| Veranstaltung: | 50.Vollversammlung |
|---|---|
| Tagesordnungspunkt: | 4.4. Semester- und Prüfungszeiten |
| Antragsteller*in: | BEJM |
| Status: | Eingereicht |
| Eingereicht: | 25.09.2026, 11:47 |
A4: Semester- und Prüfungszeiten an Schulferien anpassen, um das ehrenamtliche Engagement von Studierenden zu stärken
Antragstext
Begründung
Jugendverbände leben vom ehrenamtlichen Engagement junger Menschen. Insbesondere bei Ferienfreizeiten, Zeltlagern und internationalen Begegnungen übernehmen viele Studierende Verantwortung als Gruppenleitungen, Betreuer*innen und Organisator*innen. Sie bringen häufig langjährige Erfahrungen aus der Kinder- und Jugendarbeit mit und sind für viele Maßnahmen unverzichtbar.
Die meisten Sommermaßnahmen finden während der Schulferien statt. Gleichzeitig fallen Vorlesungs- und Prüfungszeiten an Hochschulen häufig ganz oder teilweise in diesen Zeitraum.
Dadurch können sich viele Studierende nicht oder nur eingeschränkt an Ferienmaßnahmen beteiligen. Dies erschwert den Jugendverbänden die Gewinnung von Ehrenamtlichen und die Planung ihrer Angebote.
Aus Sicht der Jugendverbandsarbeit ist deshalb vor allem eine bessere Abstimmung von Schulferien, Vorlesungs- und Prüfungszeiten erforderlich. Entscheidend ist, dass Studierende in den zentralen Wochen der Sommerferien möglichst frei von Lehrveranstaltungen und Prüfungen sind. Eine Anpassung der Semesterzeiten kann hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
An einzelnen Hochschulen in Deutschland sowie in vielen europäischen Ländern enden Vorlesungs- und Prüfungszeiten teilweise früher als in Thüringen. Dadurch stehen Studierende stärker für ehrenamtliches Engagement, Praktika oder Auslandsaufenthalte zur Verfügung.
Bereits 2007 empfahl die Hochschulrektorenkonferenz (HRK), die Semester- und Vorlesungszeiten stärker an die im europäischen Hochschulraum üblichen Modelle anzupassen und dabei Semesterzeiträume vom 1. September bis 28./29. Februar sowie vom 1. März bis 31. August vorzusehen. Ziel war insbesondere die Verbesserung der internationalen Mobilität von Studierenden[1].
Dass diese Empfehlung bis heute nicht flächendeckend umgesetzt wurde, zeigt zugleich, dass organisatorische, rechtliche und strukturelle Fragen zu klären sind. Für Thüringen bietet sich daher die Chance, die Diskussion neu zu führen und dabei neben der internationalen Mobilität insbesondere die Bedeutung des ehrenamtlichen Engagements von Studierenden für die Kinder- und Jugendarbeit in den Blick zu nehmen.
Eine bessere Abstimmung von Schulferien mit Vorlesungs- und Prüfungszeiten würde die Beteiligung junger Menschen am Ehrenamt erleichtern, die Planungssicherheit der Jugendverbände erhöhen und damit einen wichtigen Beitrag zur Stärkung des Ehrenamts in Thüringen leisten.
